Migräne

diagnostische Kriterien nach IHS

A: Mindestens fünf Attacken, welche die Kriterien B-D erfüllen

B: Kopfschmerzattacken, die (unbehandelt oder erfolglos behandelt) 4-72 Stunden anhalten

C: Der Kopfschmerz weist mindestens zwei der folgenden Charakteristika auf:
- einseitige Lokalisation
- pulsierender Charakter
- mittlere oder starke Schmerzintensität
- Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten (z.B. Gehen oder Treppensteigen) oder führt zu deren Vermeidung

D: Während des Kopfschmerzes besteht mindestens eines:
- Übelkeit und/oder Erbrechen
- Photophobie und Phonophobie

E: Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen

Diagnostik

  • Anamnese (Dauer, Medikamenteneinnahme, Sozialanamnese)

  • Untersuchung (Hirnnervenbefund, Nervenaustrittsstellen, HWS, Zahnstatus, Blutdruck)

  • Art der Kopfschmerzen (pochend, ziehend, elektrisierend)

  • Lokalisation (occipital, halbseitig, Stirn, beidseits)

  • zeitliches Auftreten (Häufigkeit, wie lange anhaltend)

  • Auslöser (Menstruation, Wein, Käse, Schlafverhalten, Sport, Sex)

  • Essener Kopfschmerzfragebogen

  • Kopfschmerzkalender

  • Ausschluß anderer Diagnosen (MRT des Kopfes, Blutentnahme, Blutdruckmessung, ggf. EEG)

Typische Auslöser sind:

- Änderungen im Tagesrhythmus (Ausschlafen)
- Stress
- Kaffeeentzug (am Wochenende)
- Wetterwechsel
- Sex
- Rotwein
- Käse

Medikamente

Medikamente der ersten Wahl zur Behandlung einer Migräne Attacke sind Triptane. Auch die altbewährten Medikamente wir Aspirin, Novalgin, Ibuprofen Diclofenac oder andere Medikamente dieser Gruppe sind wirksam.

Sollte die Attacke mit Übelkeit einhergehen sollte mit einem Mittel gegen Erbrechen kombiniert werden. Alternativ können Triptane als Nasenspray oder als Hautspritze Anwendung finden.

Es gibt einige grundlegende Regeln die bei der medikamentösen Therapie beachtet werden sollten:

Je früher umso Besser!
Sobald sich die ersten Symptome eines Anfalls zeigen sollte ein Medikament eingenommen werden. Dem Schmerz hinterherzuhincken ist die schlechtere Option.

Ausreichende Menge
Wenn Sie die Erfahrung gemacht haben dass die Medikamentenmenge nicht ausreicht frühzeitig die Dosis erhöhen.

Ist es wirklich eine Migräneattacke?
Hierbei hilft die "Triptanschwelle".

Buch führen.
Bitte führen Sie Buch über die Anzahl der Attacken, deren Dauer sowie über die eingenommenen Medikamente. Besprechen Sie den Kalender regelmäßig mit Ihrem Arzt. Genau wie eine Unterdosierung oder verspätete Einnahme kann ein Übergebrauch der Medikamente problematisch sein.

Alternative Methoden
Versuchen Sie Akupressur, Akupunktur oder einen Vagusstimulator.

nicht medikamentöse Verfahren

Die Migränetherapie mit Nervenstimulatoren hat sein 2 Jahren Beachtung gefunden und ist fester Bestandteil des Vortragsprogrammes bei Schmerzkongressen.

Es kommen verschiedene Stimulatoren zum Einsatz: einer wird in einem Fernsehbeitrag vom BR vorgestellt: https://www.youtube.com/watch?v=E2y0y3JErLM%20

Aktuell entwickeln wir am Schmerzzentrum einen Stimulator zur Prophylaxetherapie.

Bei gehäuften Migräneanfällen sollte eine vorbeugende Therapie erwogen werden. Sie stellt im Vergleich zur andauernden Akuttherapie die letztendlich günstigere Option da. Auch das auftreten von neurologischen Begleitsymptomen kann eine Indikation für eine Prophylaxetherapie sein.

Mit Spannung (im wahrsten Sinne des Wortes) verfolgen wir am Schmerzzentrum die Möglichkeit der nebenwirkungsarmen Nervus Vagus Stimulation und entwickeln derzeit eine solches Gerät.

nicht medikamentöse Verfahren

Nervus Vagus Stimulation

Botox Behandlung
Artikel in der Fachzeitung "Der Schmerz"

Die medikamentöse Therapie soll durch nicht medikamentöse Verfahren der Verhaltenstherapie (z.B.Entspannungsverfahren) ergänzt werden. Alternativ zur medikamentösen Therapie kann auch eine Verhaltenstherapie als Prophylaxe durchgeführt werden.

Regelmäßiger aerober Ausdauersport wird empfohlen.

Bei Patienten mit einer hochfrequenten Migräne sowie erheblicher Einschränkung der Lebensqualität sollten Verfahren der psychologischen Schmerztherapie (Schmerzbewältigung, Stressmanagement, Entspannungsverfahren) eingesetzt werden.

medikamentöse Verfahren

Migräneprophylaktika der ersten Wahl sind die Betablocker Metoprolol und Propranolol, der Kalziumantagonist Flunarizin und die Antikonvulsiva Topiramat und Valproinsäure.

Migräneprophylaktika der zweiten Wahl sind der Betablocker Bisoprolol, das Trizyklikum Amitriptylin, Naproxen,

Bei chronischer Migräne mit oder ohne Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln sind Topiramat und OnabotulinumtoxinA wirksam.

Die medikamentöse Therapie soll durch nicht medikamentöse Verfahren der Verhaltenstherapie (z.B.Entspannungsverfahren) ergänzt werden. Alternativ zur medikamentösen Therapie kann auch eine Verhaltenstherapie als Prophylaxe durchgeführt werden.

Regelmäßiger aerober Ausdauersport wird empfohlen.

Bei Patienten mit einer hochfrequenten Migräne sowie erheblicher Einschränkung der Lebensqualität sollten Verfahren der psychologischen Schmerztherapie (Schmerzbewältigung, Stressmanagement, Entspannungsverfahren) eingesetzt werden.